Civata Kurd - Kurdische Gemeinde
Als die türkische Regierungspartei, AKP, sich nach den Parlamentswahlen im Jahre 2002 auf den Weg in die Europäische Union machte und die Macht der Generäle und Eliten der kemalistischen Schule begrenzen wollte, war sie eine reformoriente Erneuerungspartei. Die unter dem Diktat der Kemalisten leidende Bevölkerung, die Intellektuellen, Demokraten und Liberalen haben damals nicht gezögert, den Kurs der AKP zu unterstützen. Auch aus dem Westen, EU und USA, erhielt sie zunehmend Anerkennung und wurde international aufgewertet. Dies und die wirtschaftlichen Erfolge haben die AKP ermutigt, ihren Platz auf dem Sattel zu verfestigen und im In- und Ausland selbstbewusster aufzutreten oder sogar aufzutrumpfen.
So hat Regierungschef Erdogan nicht gezögert auf dem internationalen Parkett in Davos den israelischen Staatspräsidenten Peres der “barbarischen Kriegsführung“ zu bezichtigen, ohne sich zu erinnern, was er im eigenen Land gegenüber den Kurden praktizierte. (spiegel.de, 29.1.2009) (weiterlesen …)
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Welt.de: Tausende Menschen wurden unter den Trümmern der Häuser in Van begraben. Manche schöpften Hoffnung und wurden gerettet. Wenig später mussten auch sie sterben.
Als er vom Erdbeben in Van erfuhr, rief Adem Ilhan seinen Bruder Celik an. Adem arbeitet in Istanbul, aber sein Bruder lebt in Van – lebte zumindest, bis kurz nach dem Erdbeben. “Celik nahm den Anruf an, und ich war erst erleichtert”, berichtete Adem einem Reporter. Die Erleichterung wich Entsetzen, als Celik sagte, wo er war: Unter den Trümmern eines Kaffeehauses in Ercis, eine Stadt nicht weit von Van, die am schwersten von dem Beben verwüstet wurde.
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Ob “gute Führung” auch auf die türkische Regierung zutrifft, dass wird sicher in den nächsten Tagen diskutiert werden. Medial wirksam reiste Ministerpräsident Recep Tayyip Erdogan noch am Abend der Katastrophe ins Krisengebiet.
Aber Ankara hat internationale Hilfsangebote insbesondere aus Israel bislang ausgeschlagen. Man habe “bislang” alles im Griff, sagt die Regierung, die Opferbilanz sei “nicht so erschreckend, wie zunächst befürchtet”, und auch die medizinische Versorgung ist, so Gesundheitsminister Recep Akdag ausreichend. Es bestehe kein Anlass, Verletzte in entferntere Krankenhäuser zu bringen. Doch Mustafa Yardimci starb im Krankenwagen auf dem Weg nach Erzurum.
Hier Weiterlesen:
http://www.welt.de/vermischtes/weltgeschehen/article13678565/Verletzte-sterben-doch-Ankara-will-keine-Hilfe.html
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KKH e.V.: Die türkische Armee greift seit mehreren Monaten völkerrechtswidrig die Autonome Region Kurdistan/Irak (Südkurdistan) an. Kürzlich erreichten die Kampfhandlungen einen neuen Höhepunkt: Nach der Tötung von 26 Soldaten durch kurdische Guerilla-Kämpfer_innen bombardierten türkische Kampfflugzeuge mutmaßliche Stellungen der PKK in Südkurdistan. Erneut wurden hunderte kurdische Politiker_innen in der Türkei festgenommen. Die Türkei ist im Alarmzustand und dies löste eine politische Krise aus.
Mehrere hundert Kurd_innen und linke Aktivist_innen versammelten sich daher am 22. Oktober 2011 am Hermannplatz, um gegen den Einmarsch der türkischen Armee in Südkurdistan und die Verhaftungswelle gegen kurdische Politiker_innen zu protestieren. Türkische Nationalist_innen versuchten mit Fahnen oder Bozkurt-Gruß (Symbol der faschistischen „Grauen Wölfe“) aus ihren Wohnungen heraus, die Demonstrant_innen zu provozieren.
Am nächsten Tag, 23.10.2011, demonstrierten etwa 2000 türkische Nationalist_innen, darunter etwa 500 Anhänger der rechtsradikalen türkischen MHP und dessen militanten Arm “Graue Wölfe”, vom Berliner Hermannplatz zum Kottbusser Tor gegen die PKK. Dabei wurden nationalistische und faschistische Parolen gerufen. Nach Abschluss der Demonstration versuchten etwa 250 Anhänger der „Grauen Wölfe“ die kurdische Einrichtung am Kottbusser Tor zu stürmen, was erst nach mehreren Versuchen durch die Polizei verhindert werden konnte. Es kam zu Handgreiflichkeiten zwischen Kurd_innen und rechtsextremen Türk_innen (auch in anderen Städten wie Stuttgart, Duisburg u.a).
Es ist nicht auszuschließen, dass es wie bereits im Jahr 2007 zu weiterer Eskalation in Berlin und in den anderen deutschen Städten kommen kann, wenn man nicht versucht, Dialog und Vertrauen zwischen der türkischen und der kurdischen Bevölkerung und deren Einrichtungen aufzubauen.
Es gilt, eine weitere Eskalation des gewaltsamen Konflikts zu verhindern und ihn mit zivilen Mitteln beizulegen. Dazu können staatliche, nicht-staatliche und internationale Organisationen einen Beitrag leisten. Deutschland könnte in dem Konflikt eine wichtige Rolle im Sinne präventiver Diplomatie und Politik spielen. Leider hat es diese Rolle bisher nicht zu Genüge wahrgenommen. NRO in Deutschland sollten sich bemühen, hiesige türkische und kurdische Verbände anzusprechen, und versuchen, mit ihnen einen kurdisch-türkischen Dialog in Deutschland in Gang zu setzen. Insbesondere müssen die türkischen Medien dazu angehalten werden, die Hetze gegen die gesamte kurdische Bevölkerung zu unterlassen.
QUALITÄTS-SIEGEL
Hinzukommt eine oftmals einseitige und negativ konnotierte Berichterstattung in den deutschen Medien zu Lasten der kurdischen Bevölkerung, was ihrem Erscheinungsbild und der Durchsetzung ihrer berechtigten Forderungen schadet.
Wie bei der gestrigen Erdbebenkatastrophe in Van sollten Menschen und Organisationen aus der ganzen Türkei – und aus Deutschland – für Betroffene gemeinsam Hilfe leisten und damit das Gefühl der Solidarität stärken.
Die PKK-Guerilla und die türkische Armee sollten unverzüglich unbegrenzten Waffenstillstand ausrufen! Nur dadurch kann der Weg für eine friedliche Lösung des Konfliktes geebnet werden.
Es ist an der Zeit, Dialog zu führen!
Der Vorstand
Berlin, 24.10.2011
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GESELLSCHAFT FÜR BEDROHTE VÖLKER
PRESSEMITTEILUNG Göttingen, den 18. August 2011
Die Gesellschaft für bedrohte Völker (GfbV) verurteilt die Angriffe der türkischen Luftwaffe und Armee auf zahlreiche kurdische Dörfer im Nordirak als „unerhörte Aggression“ auf das friedliche autonome Irakisch-Kurdistan. Nach den Angriffen der PKK auf türkische Soldaten habe die türkische Regierung einmal mehr ihre Aggressivität gegen das gesamte kurdische Volk offenbart und Bergdörfer in den irakischen Distrikten Sidkan, Nawdash, Rawanduz, Zazawa und Kandil bombardiert. Außerdem wurden in der vergangenen Nacht Ziele in der Provinz Hakkari in der überwiegend von Kurden besiedelten Südosttürkei angegriffen. (weiterlesen …)
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Nach zwei Monaten werden der Kioskinhaber, der Dönerverkäufer und der Hausmeister langsam ungeduldig, wenn ich sie immer noch auf Türkisch begrüsse. Mit wohlwollender Hartnäckigkeit sprechen sie Kurdisch mit mir, doch auch wenn ich die paar Floskeln, die ich kenne, gerne benutze, bin ich weit davon entfernt, diese Sprache auch nur ansatzweise zu beherrschen.
Ich hatte immer geglaubt, Kurdisch sei eine jener verlorenen Sprachen, deren letzte Sprecher bald aussterben. – Ich habe mich selten so gefreut, dass ich falsch gelegen habe.
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