Nordkurdistan

Frühjahr 2010

Civata Kurd - Kurdische Gemeinde

Von Chancengleichheit kann keine Rede sein

Böhmer stellt Migrationsbericht 2010 vor. Auf dem Arbeitsmarkt und im Bildungsbereich ist die Situation vieler Zuwanderer nach wie vor dramatisch – das ist das Fazit der Integrationsbeauftragten Böhmer, die den Bericht zur Lage der Ausländer in Deutschland vorgestellt hat. Die Integrationsanstrengungen müssten verstärkt werden, so Böhmer. Deutschlands Kinder sind immer öfter keine Inländer. Ein Drittel von ihnen stammt aus Migrantenfamilien. Und obwohl die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer, von stetigen Erfolgen in der Integrationspolitik spricht, sagt sie auch: “Wir sind noch lange nicht am Ziel, und wir haben es nach wie vor mit Großbaustellen zu tun: im Bereich der Sprache, der Bildung, der Ausbildung und im Arbeitsmarkt. Noch kann von Chancengleichheit und gleichberechtigter Teilhabe der Migranten keine Rede sein.”

Denn immer noch verlassen zu viele von ihnen nur mit einem Hauptschulabschluss die Schule, fast 14 Prozent bleiben sogar völlig ohne Schulabschluss. Das ist besonders in den großen Städten wie Berlin oder Bremen der Fall – oder in West-Flächenländern wie Hessen oder dem Saarland. Andererseits sind beispielsweise in Brandenburg, das eine insgesamt geringe Migrantenquote hat, kaum Unterschiede zu deutschen Schülern auszumachen. Der mangelnde Schulerfolg liegt oft am Bildungsstand, an fehlender Bildungsorientierung des Elternhauses oder an der frühkindlichen Prägung.

Böhmer für verpflichtendes, beitragsfreies Kindergartenjahr

“Da wir nach wie vor weniger Kinder aus Zuwandererfamilien haben, die in den Kindergarten geschickt werden, im Vergleich zu Nicht-Migrantenkindern, spreche ich mich mit allem Nachdruck dafür aus, dass es zu einem verpflichtenden, beitragsfreien letzten Kindergartenjahr kommt – damit wirklich alle Kinder die Chance haben, schon im Kindergarten früh gefördert zu werden”, so Böhmer.

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